Projekt: Öffentliche Gebäude für Schwalben und Segler in Egg

 

Schwalben und Mauersegler gelten als "potenziell bedroht", die Population ist wegen der schwindenden Nistgelegenheiten zurückgegangen. Die Gemeinde unterstützt darum die Idee, an ihren öffentlichen Gebäuden Nisthilfen für die Vögel anzubringen. 

Die Idee, dass die Gemeinde ihre Gebäude für die Montage von Nisthilfen zur Verfügung stellt, hatten die ehemaligen Tierärzte Alice und Robert Müller. Sie erhielten Unterstützung von Margrit und Hanspeter Gadola. Beide Familien haben in Egg an ihren Häusern seit vielen Jahre Kolonien von Mehlschwaben und Mauerseglern. 

 

Nachdem im Sommer 2019 der Egger Gemeinderat das Schwalben-und Seglerinventar festgelegt hatte und sämtliche bekannte, ehemalige und bestehende Brutstandorte von Schwalben und Mauerseglern inventarisiert wurden, entstand im November 2019 eine Arbeitsgruppe, die den Schutz dieser Vögel in der Gemeinde Egg fördern und die getroffenen Massnahmen umsetzen sollte. 

Die Strategie der Biodiversitätsförderung und die Verbesserung der ökologischen Infrastruktur durch die Gemeinde werden dadurch weiterverfolgt. Die Mehlschwalbe und der Mauersegler als potenziell gefährdete Vogelarten der Roten Liste werden gefördert. Beide Arten sind Koloniebrüter, weshalb an einem Standort mehrere Nisthilfen angeboten werden. Weiter sind sie in der Regel standorttreu, die neue Nisthilfen wurden daher mit Hilfe der Feuerwehr im Umkreis von bestehenden Niststandorten erstellt. So kann der heutige Bestand gestärkt werden.

 

Arbeitsgruppe bestehend aus: 

- Margrit und Hanspeter Gadola, Egg

- Alice und Robert Müller, Egg

- George Angehrn, Egg (Präsident Natur- und Heimatschutzverein Egg)

- Brigitte Schneider, Egg (Vorstandsmitglied Natur- und Heimatschutzverein Egg)

- Reto Schwitter, Bereichsleiter Natur und Landschaft (Vertreter Gemeinde)

 

Die neu zu schaffenden Standorte wurden sorgfältig und mit externer Hilfe evaluiert. Frau Dr. Stephanie Michler von der Vogelwarte Sempach begutachtete die möglichen Standorte. So wurden aus den möglichen 33 Gebäuden 8 als sehr geeignet eingestuft. Frau Michler ist Leiterin des Artenförderungsprojekts Mehlschwalbe bei der Vogelwarte Sempach und hat die Standorte aus ihrer Erfahrung beurteilt. Ebenso konnte sie Tipps zur Montage der Nisthilfen in die Arbeitsgruppe einbringen. 

 

Das gemeinsame Ziel der Arbeitsgruppe war es, bis zum Eintreffen der Schwalben und Segler aus ihren Winterquartieren, die Nisthilfen an ausgewählten Gebäuden montiert zu haben.

 

8 Liegenschaften wurden als geeignet eingestuft. Diese waren nun Inhalt des vorliegenden Projektes. 

An folgenden Liegenschaften wurden Nisthilfen montiert für Mehlschwalbe und Mauersegler.

-Schulhaus (altes Gemeindehaus) 

-Schulhaus Pfannenstiel

-Schule Zentrum: Schulhaus Bachtel (nur Mauersegler)

-Hirschen / Wohnhaus mit Restaurant 

-Dreifachturnhalle Kirchwies

-Kindergarten Sonnenhof (nur Mehlschwalben)

-Abfallsammelstelle / Backsteingebäude

-Schulhaus Hintereqq 

 

Der Erfolg des Projekts kann vermutlich erst in ein paar Jahren gemessen werden. Erfahrungen aus anderen Gemeinden zeigen, dass angebotene Nisthilfen zum Teil erst verzögert oder möglicherweise gar nicht bezogen werden. Auch können immer nicht zu beeinflussende Faktoren für oder gegen einen Bezug von künstlichen Nisthilfen sprechen.

 

Finanziert wird das Projekt von der Gemeinde Egg.

Ein erfolgreicher Einsatz für den Vogelschutz:

Vordere Reihe:  Hanspeter Gadola, Margrit Gadola, Alice Müller, Reto Schwitter, Stefan Meister, Hansueli Streuli

Hintere Reihe: Brigitte Schneider, Robert Müller

Für die Montage der Segler Behausungen wird die Feuerwehrleiter ausgefahren. Diese Aktionen fanden am Samstag, 26. September statt, und weil die Zeit nicht reichte wurden die restlichen Nester am Mittwochnachmittag, 28. Oktober aufgehängt.

 

Stefan Meister und Hansueli Streuli von der hiesigen Feuerwehr, bedienten an beiden Tagen die Drehleiter bedienten und die Nester aufhängten.

·       Vorgängig hat Hans Wieler die Nester gestrichen und zwar mit den Farben die zu den jeweiligen Gebäuden passt. Hans Wieler hat auch seinen Transporter zur Verfügung gestellt.  

Das neue Zuhause im Schulhaus Zentrum steht bezugsbereit für den erwarteten Ansturm ab Ende März bis Mitte Mai.

Ein neues Zuhause steht bereit zur montage.

 

 

 

·       142 Nisthilfen für Mehlschwalben und Mauersegler wurden angebracht. Alles ist bereit für den Einzug der Gäste im nächsten Frühling

 

Reiheneinfamilienhäuser für unsere Gäste im Frühling.

Jedem sein Zuhause.

 

 

 

 

·       Der Natur- und Heimatschutzverein wird die Reinigung dieser Nester alle zwei Jahre in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr durchführen, sofern der Gemeinderat sein OK gibt.


Fotos: Alle Bilder wurden von Florian Schneider zur Verfügung gestellt.

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